Migration und Binnenmigration im postsowjetischen Russland und ihre Folgen

aus OWEP 1/2013  •  von Pavel Polian

Zusammenfassung

Auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion haben sich in den vergangenen einhundert Jahren in mehreren Wellen unterschiedliche Wanderungsbewegungen vollzogen, die zu einer starken Urbanisierung mit der Herausbildung großer Ballungsräume um Moskau und Leningrad/Sankt Petersburg führten. In den letzten zwanzig Jahren zeigen sich neue, zum Teil überraschende Migrationsströme.

Prof. Dr. Pavel Polian, Zeithistoriker, Migrationsforscher und Geograf, ist langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Geografie der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Stavropol; z. Zt. ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg.

I.

Der Zerfall der Sowjetunion, der zu Beginn des Jahres 1991 begann, und die Entstehung 15 unabhängiger Staaten auf ihren Trümmern und ihrem Gebiet zeitigten eine Vielzahl von Folgen geopolitischen und demogeografischen Charakters. Anstelle eines prinzipiell multiethnischen Staates mit einer Bevölkerung von rund 290 Millionen Menschen entstanden 15 neue Staaten von völlig unterschiedlichem demografischem Kaliber – von Russland mit seinen heute ungefähr 140 Millionen Einwohnern bis Estland mit einer Bevölkerung von kaum mehr als 1 Million Menschen. Zwischen diesen beiden Polen befinden sich die Ukraine (ca. 45 Millionen Menschen), Usbekistan (ca. 30 Millionen), Kasachstan (ca. 17 Millionen), Aserbaidschan und Weißrussland (jeweils ca. 9 Millionen). Alle übrigen Staaten zählen nicht einmal 7 Millionen Menschen. Für lange Zeit blieben die neu geschaffenen Bürger dieser 15 Staaten wie früher eng miteinander verknüpft, und zwar auf verwandtschaftlichem, historischem und ökonomischem Gebiet. Eigentlich hatten sie alle für lange Zeit (und haben auch weiterhin) so etwas wie eine doppelte Identität – die alte gesamtsowjetische und die neue, postsowjetische, die ihrer neuen Staatsbürgerschaft entspricht.

Dadurch, dass die Grenzen zwischen den ehemaligen Unionsrepubliken internationalen Status bekamen, bildeten sich gleichzeitig unzählige neue Arten von Diaspora, wenn man zusätzlich die Nicht-Titularvölker der neuen Staaten (Tschetschenen, Tataren usw.) berücksichtigt. Dabei schuf jeder der neuen Staaten für seine Residenten wie auch für die Repräsentanten der „Titular-Diaspora“ allgemeine Statuten und sprachliche Regelungen, die sich erheblich voneinander unterschieden. So wurde z. B. in den Staaten des Baltikums eine Überprüfung der Wohnbevölkerung eingeführt mit dem Ziel, die Bürger, die die Sprache der Titularnation beherrschen und den anderen Kriterien entsprechen, von den so genannten „Nicht-Bürgern“ als Personen, die in ihren bürgerlichen Rechten erheblich benachteiligt sind, abzugrenzen. Die Russische Föderation (RF) erklärte sich in internationalen Angelegenheiten zur Rechtsnachfolgerin der UdSSR, ließ den Erwerb der russischen Staatsbürgerschaft de facto auf Antrag für alle ehemaligen Bürger der UdSSR bis zum Beginn der 2000er Jahre zu und verlängerte diese vereinfachte Ordnung anschließend bis zum 1. Juli 2010 für jene, die auf dem Gebiet der RF geboren wurden, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort. Für die Mehrheit der Staaten untereinander gilt bis heute die Regel eines visafreien Grenzübertritts. So verwundert es nicht, dass noch lange Zeit nach dem Zerfall der UdSSR in Russland ganz offiziell die Begriffe „nahes Ausland“ für die Staaten des postsowjetischen Raumes und „fernes Ausland“ für alle übrigen gebräuchlich waren. Ebenso wenig erstaunen die unaufhörlichen Versuche, im postsowjetischen Raum oder in seinen Teilen die eine oder andere Form von Staatengemeinschaften zu errichten (so bilden Russland und Weißrussland nominell eine Union, die zu Wenigem verpflichtet, aber wesentliche Dinge erleichtert, z. B. in Fragen der Arbeitsaufnahme für die Bürger).

II.

Es ist ein glücklicher Umstand, dass die letzte Volkszählung der UdSSR in das Jahr 1989 fiel, d. h. auf einen Zeitpunkt, der hinreichend nah am Zerfall der UdSSR lag. Die hierbei gewonnenen Daten zur RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) wurden grundlegend für alle folgenden Berechnungen und Vergleiche mit den Daten der Volkszählungen in Russland, die in den Jahren 2002 und 2010 durchgeführt wurden. Aufgrund einer Reihe von Ursachen waren die Daten dieser beiden Zählungen teilweise verfälscht und können für einige Regionen nicht als korrekt gelten.

Während des gesamten 20. Jahrhunderts bestand der Haupttrend der Binnenmigration in der Übersiedlung vom Dorf in die Stadt, mit anderen Worten, in der Urbanisierung der Bevölkerung. Die Migration „Dorf-Stadt“ vollzogen während der Sowjetzeit ca. 100 Millionen Menschen, was den natürlichen Zuwachs der Landbevölkerung um ein Viertel übertraf. Die Landbevölkerung des Russischen Reichs besaß ein gewaltiges Reproduktionspotenzial, aber – bis zu den kapitalistischen Reformen des zaristischen Premiers Stolypin, die zu Ende der 1900er Jahre die bäuerliche Migration in den Osten des Landes anschoben – eine vergleichsweise geringe räumliche Mobilität. Die Landbevölkerung wuchs bis zum Revolutionsjahr 1917 beschleunigt an. Nicht einmal der Erste Weltkrieg stoppte dieses Wachstum, sondern verlangsamte es lediglich: Von 1914-1916 vermehrte sie sich um insgesamt 1,3 Millionen Menschen. Ihr Wachstum beendeten erst der Bürgerkrieg und der Hunger des Jahres 1921: In den Jahren 1917-1922 ging die Landbevölkerung um 0,9 Millionen Menschen zurück. Aber bereits 1922 erneuerte sich das Bevölkerungswachstum, und schon 1926 war die Vorkriegsanzahl um 2,1 Millionen Menschen übertroffen.

Zu Beginn der dreißiger Jahre beendeten die Kollektivierung und die dadurch verursachte Hungersnot das Wachstum der Landbevölkerung. In den ersten Fünfjahresplänen wurde sie buchstäblich in die Neubauviertel der zukünftigen Städte vertrieben. Aber gerade seit 1929 – dem Jahr, in dem die Kollektivierung begann – ereignete sich in der Dynamik der Landbevölkerung der UdSSR ein Umbruch, und sie begann ungeachtet ihres immer noch hohen natürlichen Zuwachses abzunehmen. Insgesamt verlor das ländliche Gebiet der UdSSR in der Periode zwischen den Volkszählungen von 1926 und 1939 migrationsbedingt rund 19 Millionen Menschen, fast den gesamten natürlichen Zuwachs.

Der Zweite Weltkrieg fügte dem sowjetischen Dorf einen schrecklichen demografischen Schlag zu, und das in zweifacher Hinsicht: Der Tod der Dorfbewohner während des Krieges verband sich nach dem Krieg mit einem Massenexodus in die wiederhergestellten Städte, dem auch die demobilisierten Armeeangehörigen zuzurechnen sind. Die Landbevölkerung der UdSSR ging von 1939 bis 1959 um 25 Millionen Menschen zurück, was den natürlichen Zuwachs um das Zweieinhalbfache überwog. Dieser demografische Verlust war nicht mehr auszugleichen.

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts verlief im Zeichen einer allseitigen ansteigenden Urbanisierung und einer Verbreitung von Formen städtischer Ansiedlungen, besonders in der Art städtischer Ballungsgebiete. Es entstand ein neuer Typus städtischer Massenansiedlungen: so genannte Siedlungen mit städtischem Charakter (quasi „Halbstädte“). Im Jahre 1961 kam es dann in der UdSSR zum „urbanistischen Übergang“, d. h. der Anteil der städtischen Bewohner übersprang 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis 1989 erreichte dieser Anteil einen Wert von 73 Prozent, danach erstarrte er praktisch und bewegte sich nicht mehr. 1959-1989 nahmen die Städte der UdSSR fast 40 Millionen Menschen vom Dorf auf, von denen rund 57 Prozent auf Russland entfielen. Die Zahl der Landbevölkerung war am Ende des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu seinem Beginn um ein Drittel geringer geworden.

Eine außerordentliche Rolle bei der Urbanisierung sowohl in Russland als auch in der UdSSR in ihrer Gesamtheit kommt den zentralrussischen Gebieten zu: Die Landbevölkerung, gewöhnt an alte Traditionen saisonbedingter Migration in die Städte (des so genannten othodniki, „Weggangs“, d. h. der Saisonarbeit der Bauern in der Stadt), verließ diese Gebiete doppelt so häufig als andere Migranten. Moskau und Leningrad erweiterten ständig ihren Umfang zu Lasten ländlicher Territorien, gleichzeitig aber erweiterte sich auch die Zone, aus der heraus diese Städte (in erster Linie Moskau!) die Landbevölkerung „auspumpten“. Es ist nicht verwunderlich, dass sich bis zur Mitte des Jahrhunderts gerade diese Gebiete in demografischer Hinsicht spürbar leerten; dafür begannen in der zweiten Jahrhunderthälfte gerade auch sie, die Bevölkerung anderer Regionen der UdSSR an sich zu ziehen, wobei nicht mehr Moskau und Leningrad selbst (aber sie natürlich auch!) die größte Anziehungskraft für die Migranten hatten, sondern die jeweiligen Ballungsräume. In den Jahren von 1970 bis 1990 kam ungefähr die Hälfte der durch Migrationen umverteilten Bevölkerung hierher.

III.

Wenn man vom russischen Raum in der postsowjetischen Zeit spricht, muss man die in ihren Tendenzen verschiedenen „neunziger“ und „nuller“ Jahre unterscheiden. Die Transformationskrise nach dem Zerfall der UdSSR führte u. a. zur Verringerung des statistisch registrierten Umfangs innerstaatlicher Migration (vgl. nachstehende Grafik).

Die Binnenmigration in Russland (Zahlen in Tausend)1

Im Jahre 1992 gab es erstmals seit den 1920er Jahren eine Änderung der Grundausrichtung bezüglich Siedlungsverteilung und Migration: Der Anteil der Landbevölkerung begann zu wachsen. Dazu leistete die so genannte „administrative Verländlichung“, der Massentransfer von der städtischen zur ländlichen Ansiedlung, einen wesentlichen Beitrag. Insgesamt wuchs in den 1990er Jahren die Bevölkerung der ländlichen Orte um 1,1 Millionen Menschen, verursacht durch die Rücksiedler aus den ehemaligen Sowjetrepubliken; allerdings dauerte diese Umkehrung des Trends zur Verstädterung nicht lange. Die Welle derjenigen, die auf dem Dorf siedeln wollten, brach rasch in sich zusammen, und die Marktreformen eröffneten neue Verdienstmöglichkeiten in den Städten. Der gewohnte Zustrom in die Stadt war rasch wieder hergestellt und erreichte schon 1994 annähernd die frühere Bedeutung, nachdem sich auch der gewohnte Abfluss aus dem Dorf erneuert hatte. Übrigens senkte die Finanzkrise des Jahres 1998 den Migrationszustrom in die Stadt erneut auf fast Null.

Während der ganzen 2000er Jahre blieb in Russland die Hauptrichtung der interregionalen Binnenmigration, die in den 1960er Jahren eingesetzt hatte, konstant – „der westliche drive“, d. h. die Bewegung aus dem Osten ins Zentrum bzw. aus den Wolgagebieten auch in den Süden des europäischen Landesteiles. Die letzte und schärfste Verstärkung dieses Trends erfolgte zu Beginn der 1990er Jahre, als der Ferne Osten und Sibirien einen besonders intensiven Migrationsabfluss der Bevölkerung erlitten.2

Für den Zeitraum der ganzen 2000er Jahre hielt die russische Statistik jährlich und stabil 2 Millionen Binnenmigranten fest (vgl. Grafik). Aber das ist nicht die ganze Migration. Die Übersiedlungen, die mit einer Veränderung des festen Wohnsitzes verbunden sind, werden ergänzt durch zeitweilige Formen räumlicher Mobilität, die in der postsowjetischen Periode bedeutsame Ausmaße annahmen und ihrer Form nach an den „Weggang“ erinnerten, der für das zaristische Russland kennzeichnend war.

In den 2000er Jahren setzte sich die Wanderungsbewegung der Bevölkerung aus dem Osten in das Zentrum und in den Süden des europäischen Teils fort. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf die zentralen (nach Moskau), nordwestlichen (nach Sankt Petersburg) und die südlichen Föderationsbezirke, während die übrigen Bezirke eine Abnahme der Migration verzeichneten.

IV.

Der Zerfall der UdSSR bedeutete auch einen radikalen Wechsel der staatlichen Politik auf dem Gebiete der äußeren Migration: Der „Eiserne Vorhang“ hob sich und die Politik handelte nicht mehr nur hart regulierend und kontrollierend. Das Resultat war, dass im Verlauf eines kurzen Zeitraumes zwischen den 1980er und 1990er Jahren aus vielen Ländern des ehemaligen sowjetischen Raumes (führend waren Russland, die Ukraine und Kasachstan) Millionen ethnischer Emigranten ausreisten, deren Emigration aufgrund der Politik der früheren Machthaber zwangsaufgeschoben worden war: Die Deutschen gingen nach Deutschland, die Juden nach Israel, Deutschland und in die USA.

Die Erschöpfung eigener demografischer Ressourcen in den ländlichen Gebieten, die Entvölkerung, aber auch die Emigrationsströme führten dazu, dass Russland ein gewaltiges Defizit an Arbeitskraftressourcen erlitt. Das führte zu einer massenhaften sowohl legalen als auch illegalen Arbeitsimmigration von Bürgern verschiedener Staaten hierher, insbesondere aus den Republiken Zentralasiens und des Kaukasus.

In Russland registrierte man Immigranten aus über 100 Staaten der Erde. Zu den Anführern im Migrationstausch mit Russland – das sind Kasachstan und die Ukraine – kamen in den 2000er Jahren die armen Länder mit einem Überangebot an Arbeitskräften: Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan. Im Jahre 2008 entfiel auf sie bereits die Hälfte des Gesamtvolumens der Arbeitsmigration. Zieht man die Dunkelziffer der Arbeitsmigration in Betracht, so mag der durchschnittliche Anteil ausländischer Arbeitskraft bei der Anzahl der heute in Russland Beschäftigten ca. 7 Prozent betragen, was ungefähr dem Anteil ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland entspricht. Die Auswanderer aus Mittelasien arbeiten in Russland in der Regel an solchen Arbeitsplätzen und für solche Löhne, für die die örtliche Bevölkerung nicht arbeiten würde. Sie haben eine Reihe wenig prestigeträchtiger Nischen auf dem Arbeitsmarkt besetzt, vor allem im Bausektor und bei speziellen Dienstleistungen. Wo sie ihrer Beschäftigung „schwarz“ nachgehen, können mangelnde Lebensqualität und Rechtlosigkeit signifikant sein, die Bedingungen und Rechte lassen sich vielfach als die von Sklaven bezeichnen. Gleichzeitig denken auch die Russen selbst in den letzten Jahren immer öfter über eine Emigration nach. Entsprechende Forschungen des Levada-Zentrums zur Dynamik von Emigrationsabsichten kamen im Mai 2011 auf einen Anteil von ca. 22 Prozent.3

V.

Der postsowjetische Raum mit Russland als Kerngebiet hat in den letzten beiden Jahrzehnten eine sehr turbulente Phase erlebt. Die radikalen politisch-gesellschaftliche Veränderungen trafen mit einem zwar evolutionären, aber deswegen nicht weniger entscheidenden demografischen Richtungswechsel Anfang der 1990er Jahre zusammen. Unmittelbare Folge waren die folgenden großen Migrationsströme:

  • Im Bereich der internationalen Migrationen: Auswanderung der ethnischen Kontingente (in erster Linie Deutsche und Juden) und Masseneinwanderung aus den neuen zentralasiatischen Staaten.

  • Im Bereich der inneren Umverteilung der dort verbliebenen Bevölkerung fließen die Menschenströme unter folgenden Slogans: weg von Konfliktregionen – weg von nationalen und ethnisch homogenisierenden Regionen – weg von den entferntesten Regionen des Fernen Ostens und Fernen Nordens Russlands.

Die jüngste und nicht gerade von der Demokratie im westlichen Sinne geprägte gesellschaftliche Entwicklung der Putin-Ära lässt den unzufriedenen Teil der Bevölkerung seine Lebensstrategien neu bedenken und die Auswanderung als möglichen Ausweg aus einer wenig hoffnungsvollen Lage erwägen. Dieser Prozess ist voll im Gange – russische Unternehmer, Wissenschaftler und Künstler verlassen bereits seit der Jelzin-Ära das Land. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich leider eine Beschleunigung und Verstärkung dieser Entwicklung prognostizieren.

Aus dem Russischen übersetzt von Friedemann Kluge.


Fußnoten:


  1. Zu den Daten vgl. N. Мкртчян: Миграция как компонент динамики населения регионов России: оценка на основе данных переписи населения 2010 года / Известия РАН. Серия географическая, 2011. № 5, C. 28-41. (N. Mkrtčjan: Die Migration als Komponente der Bevölkerungsdynamik in den Regionen Russlands. Eine Einschätzung auf Grundlage der Volkszählungsdaten von 2010. Izvestija RAN. Serija geografičeskaja 2011, Nr. 5, S. 28-41). 

  2. N. Мкртчян: „Западный дрейф“ внутрироссийской миграции / Отечественные записки. 2004. №4, C. 94-104. (N. Mkrtčjan: Der „westliche drive“ der innerrussischen Migration. In: Otečestvennye zapiski Nr. 4, 2004, S. 94-104). 

  3. Л. Гудков/Б. Дубин/H. Зоркая: Отъезд из России как социальный диагноз и жизненная перспектива: причины, намерения, действия / Вестник общественного мнения. 2011. № 4, С. 45-80. (L. Gudkow/B. Dubin/ N. Zorkaja, N.: Der Wegzug von Russland als soziale Diagnose und Lebensperspektive: Ursachen, Absichten, Handlungen. In: Westnik obschtschestvennogo mnenija 2011, Nr. 4, S. 45-80.)