Orte der Kultur, der Kunst und des Glaubens: Klöster im Norden der rumänischen Region Moldau

Zusammenfassung

Die orthodoxen Klöster im Norden des historischen Fürstentums Moldau im heutigen Rumänien wurden im 15. und 16. Jahrhundert gegründet. Ihre Kirchen, die von innen und außen mit wunderschönen Fresken geschmückt sind, werden von vielen Touristen aus aller Welt besucht. Wegen ihrer Architektur und Malereien von großem künstlerischem Wert wurden acht Kirchen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Klöster spielen bis heute eine wichtige Rolle als geistliches und kulturelles Erbe Rumäniens.

Pfarrer Dr. Ionel Popescu ist Bischofsvikar der orthodoxen Archieparchie (Erzdiözese) Timișoara und Pfarrer der Pfarrgemeinde Timișoara Iosefin. Er stellte auch die beiden Bilder zur Verfügung.

Einführung

Die ersten Zeugnisse der Existenz klösterlicher Lebensformen während der dakisch-römischen Zeit stammen von den Skythen der heutigen rumänischen Dobrudscha, in der die Kirche bereits im 3. und 4. Jahrhundert in Eparchien (Bistümern) organisiert war. Dort lebten Mönche mit einer außergewöhnlichen theologischen Bildung, die so genannten „Skythenmönche“, wie etwa Ioan Casian (Johannes Cassianus, 360-435), der sowohl von der orthodoxen als auch von der katholischen Kirche als Heiliger verehrt wird, und Dionisie Exigul (Dionysius Exiguus, 470-545), ein bekannter Übersetzer, auf den sowohl die Festlegung der Chronologie der christlichen Ära als auch die Zählung der Jahre nach Jesus Christus zurückzuführen ist.

Zu Beginn lebten die rumänischen Mönche als Eremiten in Höhlen, auf Bergen und abgelegenen Waldlichtungen, deren Lage den umliegenden Bewohnern jedoch bekannt war und die sich in entsprechenden Orts- und Gewässerbezeichnungen widerspiegeln. In Rumänien gibt es viele nach Gewässern, Tälern, Hügeln oder Quellen benannte Orte, die die Existenz alter Klostersiedlungen belegen, wie z. „Klösterchen“, „Mönchszelle“, „Mönchensdorf“ oder „Höhle des heiligen Andreas“.

Die ersten Siedlungen, Kirchen, Klöster oder auch Einsiedeleien wurden aus Holz errichtet; meist handelte es sich um sehr schlichte Anlagen. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass es viele Holzkirchen gab, da die Wälder reichlich Baumaterial boten.

Die ersten Stein- und Backsteinkirchen auf dem Gebiet der heutigen Moldau-Region wurden erst im 15. und 16. Jahrhundert erbaut. Sie gehen auf die Fürsten Alexandru den Guten (reg. 1400-1432), Stefan den Großen (reg. 1457-1504) und Petru Rareș (reg. 1527-1538, 1541-1546) zurück, aber auch einige Bischöfe, Mönche, Bojaren (niedere Adlige) und sogar einfache Gläubige drückten mit dem Bau von Kirchen ihre Verehrung Gottes aus. Dadurch wurden insbesondere der nördliche Teil Moldaus und die angrenzende Landschaft Bukowina im Laufe der Jahrhunderte mit einer Kette von Kirchen, Klöstern und Einsiedeleien von großem künstlerischem Wert geschmückt, die im gesamten christlichen Osten einzigartig sind. Diese kirchlichen Denkmäler befinden sich an landschaftlich reizvollen Orten, die zum Gebet und zur Stille inspirieren. Sie sind das Ergebnis wahrer künstlerischer „Schulen“, die sich im 15. und 16. Jahrhundert sowie in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts in der Region entwickelt haben.

Unter den hunderten erhaltenen Klöstern in der Region gibt es acht Denkmäler der Kirchenkunst, die innen und außen mit Fresken verziert sind; sie wurden in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen: Pătrăuți, Voroneț, Arbore, Probota, Humor, Moldovița, Sucevița und die Kirche „Sfântul și Marele Mucenic Gheorghe“ („Zum heiligen und großen Märtyrer Georg“) in Suceava.1

Pătrăuți

In Pătrăuți ließ Stefan der Große 1487 in der Nähe eines Waldes eine Kirche zu Ehren der Kreuzerhöhung erbauen und stiftete dazu ein Frauenkloster. Pătrăuți ist die erste Gründung des Herrschers, die bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben ist und das älteste ikonografische Programm bewahrt, das sich wie in den anderen Klöstern über alle Räume der Kirche erstreckt. Die Ausmalung erfolgte zwischen Januar 1497 und November 1499, sie ist eines der brillantesten Zeugnisse der damaligen moldauischen Malerei und steht für eine konsequente Anwendung von entsprechenden Vorschriften in den byzantinischen Malbüchern (Erminien). Die besonders ausdrucksstarken und aus verschiedenen Epochen stammenden Außengemälde dieser Kirche haben bis heute nichts von ihrem bemerkenswerten künstlerischen Wert verloren. Sehr gut erhalten ist u. a. die Abbildung Kaiser Konstantins des Großen in der Vorhalle oberhalb der Eingangstür. Die Kirche in Pătrăuți bewahrt neben den meisterlichen Bildwerken auch den ältesten Ausdruck des moldauischen Baustils, in dem sich byzantinische mit gotischen und lokalen moldauischen Elementen verbinden, beispielsweise in Turm und Kuppel.2

Voroneț

Das dem heiligen Georg geweihte Voroneț-Kloster, die „Sixtinische Kapelle des Ostens“, wurde 1488 von Stefan dem Großen anstelle einer früheren Einsiedelei gegründet und zu Lebzeiten des Metropoliten Grigorie Roșca (1480-1570), der auch die Veranda hinzufügen ließ, sowohl innen als auch außen mit Malereien verziert.

Außenansicht der Kirche, links die Abbildung des Jüngsten Gerichts (Foto: Ionel Popescu)

Die Voroneț-Fresken mit ihrem unschätzbaren Wert wurden weltweit bekannt durch zwei bemerkenswerte Eigenschaften: zum einen durch den von den Malern verwendeten Blauton – das Blau von Voroneț oder Azurit mit einem von der Wissenschaft noch nicht identifizierten Pigment, zum anderen durch die auf ihnen abgebildete Szene des Jüngsten Gerichts an der westlichen Kirchenwand, die als einzigartig in der Kunst der gesamten orthodoxen Kirche gilt.3 Der Künstler respektierte Stiltradition und Ikonografie byzantinischer Vorbilder gleichermaßen, drückte jedoch in seinem Werk zugleich einen neuen Aspekt des menschlichen Lebens aus, indem er durch seine äußerst plastische Darstellung sowohl metaphysisch als auch physisch die seelischen Nöte eines von großen Gefahren bedrohten Volkes anschaulich machte. Dies erklärt auch, warum die „Sünder“ des Jüngsten Gerichts als Feinde Moldaus, d. h. Hunderte von Türken und Tataren in ihrer spezifischen Kleidung mit Turbanen, mit einbezogen wurden.

Unter den Gräbern im Inneren der Kirche befindet sich das Grab des „gelehrten Daniil”, der mit dem heiligen Daniil dem Eremiten identifiziert wird, der Stefan den Großen in geistlichen Angelegenheiten beriet.

Das Voroneț-Kloster spielte eine herausragende Rolle im kulturellen Leben des Fürstentums Moldau. Die in ihm lebenden Mönche waren auch als Schreiber und Kopierer tätig und gestalteten mehrere Manuskripte nach älteren Vorbildern, darunter die Voroneț-Codices und den Voroneț-Psalter aus dem 16. Jahrhundert.

Arbore

Die der Enthauptung Johannes des Täufers geweihte Kirche im Dorf Arbore (Kreis Suceava) ist keine königliche Stiftung, sondern wurde im Auftrag des Bojaren Luca Arbore 1502 errichtet. Sie besteht aus grobem Stein und Ziegeln, die in den Gewölben verwendet wurden, ist an der Außenseite rechteckig, hat im Inneren die Form eines Kleeblattes und ist turmlos. Die Freskomalereien im Innenraum entstanden unmittelbar nach Fertigstellung des Baus, also in den Jahren 1503 bis 1504, ausgeführt von Dragoș Maller, Sohn eines Geistlichen aus Iași und einer der bedeutendsten rumänischen Künstler. Die Außenmalereien, ebenso in Freskotechnik und von unschätzbarem künstlerischem Wert, wurden im Jahre 1541 ebenfalls von ihm angefertigt. Die am besten erhaltenen und zugleich wertvollsten Gemälde befinden sich an der Westfassade der Kirche und gelten als eine der berühmtesten Schöpfungen der rumänischen spätmittelalterlichen Kunst. Luca Arbore, seine Frau Iuliana und weitere Mitglieder ihrer Familie sind im Pronaos (Vorhalle) der Kirche begraben. Der Grabstein des Gründers Luca Arbore gilt als die schönste gotische Arbeit in der Bukowina.

Probota

Probota bzw. das Probota-Kloster wurde dem heiligen Nikolaus geweiht und erstmals im Jahr 1398 erwähnt, ist aber vermutlich viel älter. Zunächst befand sich an der Stelle des Klosters eine Holzkirche, dann ließ Stefan der Große eine neue Kirche aus Stein errichten. Da diese Kirche auf einem instabilen Grund stand und häufig Erdrutschen ausgesetzt war, ließ Petru Rareș im Jahr 1530 200 Meter westlich der alten Stätte das dritte Kloster als Grabstätte für sich und seine Familie errichten. Die Kirche des Probota-Klosters wurde innen und außen mit einem beeindruckenden Bilderensemble ausgestattet. Die Ausmalung des Gewölbes erinnert an die Sixtinische Kapelle im Vatikan; sie wurde von einem begabten Künstler ausgeführt, der ein guter Kenner der Malerei der Athos-Klöster gewesen sein muss. Vom Außengemälde, dem ältesten aus der Zeit Petru Rareș‘, sind leider nur wenige Szenen erhalten, u. a. eine Darstellung des Jüngstes Gerichts und der sieben Ökumenischen Konzilien.

Humor

Das Humorkloster wurde 1530 „auf Befehl und mit Hilfe des frommen Fürsten Peter“ (Rareș) unweit der Ruinen einer älteren Anlage gegründet. Seine Kirche weist eine besondere Architektur auf, die zum ersten Mal beim Bau von Kirchen in der Bukowina eine offene Veranda und einen Raum über der Gruft, der vermutlich als Versteck zum Verbergen des Kirchenschatzes diente, beinhaltet. Das Gotteshaus wurde von dem Maler Toma aus Suceava 1535 innen und außen mit Fresken verziert. Von den Außengemälden ist die „Wurzel Jesse“ hervorzuheben, die sich auf die Genealogie Christi bezieht. Das Bild zeichnet sich vor allem durch die Einheit des chromatischen Farbtons aus, da verschiedene Rottöne vorherrschen – die spezifische Farbe dieser Kirche (Humor-Rot). An die Wände der Kirche wurden auch lokale Elemente gemalt, wie Musikinstrumente, Tiere und Waffen aus jener Zeit.4

Moldovița

Das Moldovița-Kloster, unweit des Dorfes Vatra Moldoviţei, liegt in einer Umgebung von seltener Schönheit und wurde bereits 1402 urkundlich erwähnt. Die heutige Kirche, die Mariä Verkündigung gewidmet ist, geht ebenfalls auf Fürst Petru Rareș zurück. Sie wurde 1532 erbaut und im Jahr 1537 mit zahlreichen Fresken innen und außen geschmückt. Das ikonografische Programm dieser Kirche entwarf der Fürst zusammen mit seinem Cousin und geistlichen Berater Grigorie Roșca, dem Metropoliten von Moldau (1480-1570). Die Kirchengemälde sind sehr gut erhalten und haben die Originalität der ursprünglichen Farben bewahrt, wobei die Farben Gelb und Blau dominieren. Innen herrschen traditionelle ikonografische Motive vor; außen werden u. a. die Belagerung von Konstantinopel 1453, das Jüngste Gericht und Porträts mehrerer Philosophen aus der griechisch-römischen Antike wiedergegeben. Das Moldovița-Kloster war auch Sitz einer bedeutenden Schreibwerkstatt, in der im 15. und 16. Jahrhundert viele Handschriften kopiert und reich verziert wurden.

Kirche „Zum heiligen und großen Märtyrer Georg“ in Suceava

Diese vom Fürsten Bogdan III. (reg. 1504-1517) und seinem Sohn Stefan dem Jüngeren (reg. 1517-1527) gestiftete Kirche des Klosters „Heiliger Johannes der Neue“ (Johannes von Trapezunt) in Suceava wurde 1522 als dreischiffige Kirche eingeweiht. 1534 erfolgte die Ausmalung der Innen- und Außenflächen. Die Künstler, deren Namen nicht überliefert sind, schmückten die weitläufigen Flächen der überdimensionalen Kirche in großen Kompositionen mit vielen Charakteren aus. Obwohl die Fresken im Inneren besser erhalten sind, lassen sich auch im Außenbereich einige Szenen an der Südwand gut erkennen, u. a. Szenen aus dem Leben von Heiligen und das Jüngste Gericht.

Sucevița

Die achte Kirche im Norden der Moldau-Region, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist die Kirche „Auferstehung des Herrn“ des Klosters Sucevița, die auf Veranlassung von Metropolit Gheorghe Movila und seinen Brüdern Jeremiah und Simion zwischen 1584 und 1588 erbaut wurde; sie ist bis heute von massiven Mauern und Wehrtürmen umgeben.

Blick auf die ummauerte Klosteranlage (Foto: Ionel Popescu)

Die Kirche wurde von Ioan und Sofronie zwischen 1595 und 1596 ausgemalt. Innen- und Außenbemalung wurden in Freskotechnik ausgeführt und auf einem dunkelgrünen Hintergrund angefertigt, dessen Farbe von den Restauratoren nicht reproduziert werden konnte. Das Ganze hat die Intensität des Smaragds und die Kraft des frischen Grases nach einem Regen. Die Kirche von Sucevița ist mit der größten Anzahl gemalter Bilder aller Kirchen des Landes nach den Worten des französischen Kunsthistorikers Paul Henry ein „Vermächtnis der moldauischen Kunst“. Das Bildprogramm umfasst teilweise ungewöhnliche, teilweise auch eher seltene Motive: Szenen aus dem Alten Testament und dem Leben des Erlösers, aber auch aus der Natur und dem zeitgenössischen Alltag, wie beispielsweise Hügel, Wasser, Bäume, Blumen, Gras und historische Kostüme. Auf der Veranda zeigt eine Szene den Empfang der Reliquien des Johannes von Trapezunt vor der Burg Suceava durch den Fürsten Alexandru den Guten und seine Diener im Jahr 1402. Was Sucevița jedoch einen besonderen Reiz verleiht, sind die Außenfresken mit Szenen aus dem Leben des Erlösers, der Jungfrau Maria, der Heiligen sowie der griechischen Philosophen Aristoteles, Platon und Pythagoras, die vermutlich zu Bildungszwecken gemalt wurden. Insgesamt verbindet das Bildensemble in Sucevița überlieferte Traditionen der moldauischen Malerei mit Techniken des 16. Jahrhunderts und steht damit für eine neue künstlerische Vision.

Die Moldauklöster als Gesamtkunstwerk

Neben den UNESCO-Klöstern in der Region Moldau (die auch als „Tor des Christentums“ bekannt ist) wurden vom 15. bis zum 17. Jahrhundert viele weitere Klöster gegründet, von denen einige bis heute ein ununterbrochenes Klosterleben haben und eine außergewöhnliche kirchliche, kulturelle und künstlerische Aktivität aufweisen. Zu ihnen gehören u. a. die Klöster Putna, Neamț, Râșca, Agapia, Bistrița, Slatina, und Secu. Diese Wunderwerke des rumänischen Mönchtums zeugen alle vom Glauben an Gott und von der schöpferischen Kraft des rumänischen Volkes und gehören aufgrund ihrer Freskenmalereien im Innen- und Außenbereich, ihrer Architektur und Skulptur sowie ihrer pädagogischen, kulturellen und religiösen Rolle, die sie im Laufe der Zeit innehatten, zu den bedeutendsten kirchlichen Denkmälern weltweit.

Die Mönche, die in diesen Siedlungen lebten, führten ein von christlichen Tugenden geprägtes Leben im Geist der Eremiten. Sie wurden von den Menschen Einsiedler genannt, d. h. Menschen, die an entlegenen Orten lebten, weit weg von den Turbulenzen des täglichen Lebens. Die Klöster boten den Mönchen die Möglichkeit, Gebet und Arbeit zu verrichten – ora et labora – und sich dem Studium der Bibel und den Werken der Kirchenväter zu widmen. Außerdem waren die Klöster auch regelrechte Schulen, in denen Mönche und junge Laien das Schreiben und Lesen lernten, Ikonen, Manuskripte und Bücher schrieben und Anthologien zu heiligen Texten, Chroniken und Psaltern kopierten. Einige davon befinden sich heute in Museen und Bibliotheken in Moskau, St. Petersburg, Sofia, auf dem Berg Athos, in Wien, München und Oxford.

Die Klöster hatten daher die Rolle von Zentren zur Förderung der Kultur, nicht nur für Geistliche und Mönche, sondern auch für Laien. Darüber hinaus wurden Schulen, Werkstätten für Malerei, Bildhauerei, Stickerei, Museen, Bibliotheken und Altenheime eingerichtet. Die Klosterschulen bildeten Mönche und wichtige Intellektuelle des Landes aus, die zur Entwicklung der rumänischen Sprache und der nationalen Kultur beitrugen. Die Innen- und Außenmalereien der Kirchen waren im Laufe der Jahrhunderte „Bücher, die für jedermann zugänglich waren“, und „Bibeln für diejenigen, die nicht lesen konnten“.

In den Klöstern entstanden im 15. Jahrhundert auch Malerwerkstätten für Miniaturmalerei, außerdem Stickerei-, Schneider- und Silberwerkstätten, in denen die Mönche sakrale Gegenstände von hohem künstlerischem Wert schufen. Von den einheimischen Handwerkern, die in dieser „moldauischen Schule“ ausgebildet wurden, sind gotische Skulpturen erhalten geblieben, die die Portale und Fenster von Kirchen und Grabmälern aus der Zeit Stefans des Großen schmücken.

Erwähnenswert sind weiterhin mit Gold und Silber bestickte Kleidungsstücke, aus Silber getriebene liturgische Geräte, verzierte Reliquiare, geschnitzte oder bemalte Holzkreuze, Teppiche und vieles mehr. Die Inschriften an den Eingängen der Klosterkirchen sind wichtige historische Quellen, die den Forschern Informationen über deren Gründer, das Baujahr und das Datum der Einweihung liefern, aber auch die Kriege gegen die Türken beschreiben und den Schriftverkehr mit den Landesfürsten dokumentieren.

Bemerkenswert war und ist das Bestreben der Bewohner der moldauischen Klöster, dem Nächsten Hilfe zu leisten. Neben den großen Klöstern wurden kleine Krankenhäuser für ältere und kranke Mönche, aber auch für kranke und einsame Laien eingerichtet. Zum Beispiel erfährt man aus einer Notiz in einer Chronik vom 8. März 1536, dass in diesem Jahr das Putna-Kloster mit seinem Krankenhaus niederbrannte. In kriegerischen Zeiten waren in den Klöstern auch Flüchtlinge untergebracht und somit vor den Angreifern in Sicherheit. Nicht wenige aufgeklärte Mönche und Hierarchen beteiligten sich zudem aktiv an den Volksbewegungen zur Verbessrung der sozialen Lage und zur Verteidigung von Sprache und Kultur. Wie einst ein wissenschaftlich gebildeter moldauischer Bischof schrieb, waren die spirituellen und kulturellen Bemühungen der Mönche daher immer untrennbar mit der Liebe zu Nation und Land verbunden.

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Aus dem Rumänischen übersetzt von Claudiu Nicusan.

Literaturhinweis:

  • Anca Vasiliu (u. a.): Moldauklöster, 14.-16. Jahrhundert. München 1999.

Fußnoten:


  1. Die Skizze auf S. 2 (der gedruckten Ausgabe) zeigt die ungefähre Lage dieser Weltkulturerbestätten an. ↩︎

  2. Unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Pătrăuți finden sich einige Abbildungen. ↩︎

  3. Farbige Detailabbildung des Freskos unter https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_ Voroneț#/media/Datei:Voronet_last_judgment.jpg (letzter Zugriff: 20.02.2020). ↩︎

  4. Abbildungen des Klosters und der Kirche u. a. unter http://www.hpgrumpe.de/rumaenien/humor_info.htm (letzter Zugriff: 20.02.2020). ↩︎