Aktuelles

09. März 2020

Aus aktuellem Anlass

Rund zwei Monate nach dem Jahreswechsel sieht sich Europa zwei großen Krisen ausgesetzt – eine davon deutete sich schon lange, die andere ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel eingeschlagen. Die Flüchtlingskrise von 2015, nie richtig beigelegt, scheint sich zu wiederholen, neue Dramen spielen sich im Südosten Europas ab: Wo wird das alles noch enden, fragen viele. Und dann das Corona-Virus und seine weltweiten Folgen: Auch hier weiß im Moment noch niemand, mit welchen Folgen Europa, ja der gesamte Globus zu rechnen hat. Die Reaktionen auf beide Krisen ähneln einander, man kann sie überspitzt als eine Mischung aus Hilflosigkeit und Aktionismus, gemischt mit einer gehörigen Prise Panikmache, beschreiben. Bei aller Tragik von schweren Krankheitsverläufen in Deutschland und einigen Nachbarländern gerät leicht aus dem Blick, dass die Situation in China, Südkorea, dem Iran und auch in Italien geradezu dramatisch ist – und dass darüber hinaus Hunderttausende sich wieder auf den Weg nach Europa gemacht haben.

11. Dezember 2019

Zum Jahreswechsel

Allmählich wird der Kalender dünner, die Tage werden immer kürzer, die Menschen ziehen Bilanz – wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende entgegen. Auch in diesem Jahr hat die OWEP-Redaktion versucht, viele unterschiedliche Themenfelder zu behandeln. Zuletzt wurde (leider mit Verzögerung) das Heft „Ukraine – Fünf Jahre nach dem Majdan“ ausgeliefert, dessen Beiträge an die schmerzliche Tatsache erinnern, dass in diesem Land täglich Menschen Opfer eines unerklärten („hybriden“) Krieges werden. Ob das kommende Jahr einen dauerhaften Frieden bringen wird, ist leider eher zu bezweifeln.

2020 wird ein Jahr mit wichtigen Gedenktagen sein: 100 Jahre sind seit dem Vertrag von Trianon vergangen, 75 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 25 Jahre seit dem Abkommen von Dayton. Diese und viele andere Ereignisse wird OWEP im kommenden Jahr aufgreifen und den Leserinnen und Lesern hoffentlich wieder eine interessante Lektüre bieten. Am Beginn soll ein kulturhistorisches Heft stehen, in dem es um die Bedeutung von Klöstern für die Kultur und Geschichte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa gehen wird. Zu den Beispielen, die im Heft vorgestellt werden, zählen die Moldauklöster in Rumänien; eines davon, das Kloster Voroneț, zeigt das folgende Foto, das Pfarrer Ionel Popescu aus Timișoara zur Verfügung gestellt hat.

Kirche des Heiligen Georg im Kloster Voroneț (Foto: Pfarrer Ionel Popescu)

Mit den besten Wünschen für eine besinnliche Adventszeit und ein gnadenvolles Weihnachtfest, auch im Namen meiner beiden Mitarbeiter Bianca Münch und Thomas Hartl

Dr. Christof Dahm

19. November 2019

Demokratie auf dem Rückzug? Dreißig Jahre nach den friedlichen Revolutionen

Bericht zur Podiumsdiskussion der Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“

Bildung zu ermöglichen und bürgerschaftliches Engagement zu fördern, darin liege aktuell der Schlüssel für eine weiterhin freiheitlich-demokratische Kultur Europas, die in Zeiten von wachsendem Populismus längerfristig zu erhalten allerdings durchaus keine Selbstverständlichkeit sei. Schiere Wissensvermittlung müsse dabei durch Herzensbildung unterfüttert werden. Der Verrohung in der Sprache, etwa in den Sozialen Medien, aber auch im persönlichen Umgang mit Andersdenkenden, müsse durch sachliches Argumentieren und respektvolles Zuhören entgegen gewirkt werden. Das war wesentlicher Teil der Bilanz einer mit „Demokratie auf dem Rückzug?“ überschriebenen Podiumsdiskussion am 14. November 2019 im Nürnberger „Caritas-Pirckheimer-Haus“, der Akademie des Erzbistums Bamberg.


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